Vor langer Zeit wollte ich mal herausfinden, warum alle so viel Gesummse um die Ökonomie machen. Also hab ich VWL in Tübingen und Boston studiert. Dort hab ich viel über Angebot und Nachfrage, Grenzproduktivitäten und multiple Giralgeldschöpfung gelernt. Kapiert hab ich nix, aber es hat gereicht, um später nach einer Ausbildung an der Henri-Nannen-Journalistenschule als Wirtschaftsredakteur beim Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt, bei chrismon, bei der Financial Times Deutschland zu arbeiten und freiberuflich für andere Medien. Trotzdem: Irgendwann fiel mir wieder ein, dass das ökonomische Gesummse immer noch keinen richtigen Sinn macht. Vor allem aber: dass es nicht nur mir so geht. Da hatte ich einen unheimlichen Verdacht. (It has something to do with goats, too!)

Das Lustige am ständigen Wirtschaftsgesummse ist ja, dass wir alle das alles so furchtbar ernst nehmen. Und da20090930_l____004s Tragische ist, dass wir dazu genötigt werden. In diesem Blog mache ich deswegen meine ökonomischen Entspannungsübungen, mit gelegentlichen Ausflügen ins Bizarre, ins Absurde und, ja, doch, ins Religiöse. Weil: die Sache mit dem Glauben hat ja viel mehr mit dem Ökonomischen zu tun, als wir uns eingestehen möchten. Das ist ja alles oft gar nicht so rational, so zwingend, so alternativlos, wie manche behaupten. Das hat viel mehr mit Priestern, Sündenböcken und Heiligen Kühen zu tun, als wir wahrhaben möchten. In diesem Blog möchte ich mich davon gelegentlich freiturnen. Wer mitturnen möchte, ist herzlich eingeladen.

Übrigens: Inzwischen erforsche ich auch noch andere Phänomene und Merkwürdigkeiten: Wie das Zusammenkleben von Silben auch das Zusammenleben von Menschen beeinflusst („Vermögenszuordnungszuständigkeitsübertragungsverordnung“, „Almanyalilastirdiklarimizdanmisiniz„).  Warum Männer in evangelischen Sitzkreisen bei Vorstellungsrunden tendenziell zu gefärbten Federn greifen. Und in welchen Fällen das Einsaugen von Playmobil-Figuren, Lego-Steinen oder Steckperlen sehr wohl mit dem Grundsatz der gewaltfreien Erziehung vereinbar ist.

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